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Muss ich wegen "Schattensehen" zum Augenarzt? (Ausgabe 10)

Guten Tag,

beim Sehen gibt es viele Phänomene. Bei den routinemäßigen Augenkontrollen werde ich oft danach gefragt. Kennen Sie z.B. dieses? Beim Blick auf eine weiße Wand oder ein weißes Blatt oder bei heller Umgebung haben Sie den Eindruck „Mücken“ zu sehen. Sobald Sie diese genau ansehen wollen, „fliegen“ sie aus dem Blickfeld. Das ist faszinierend aber oft auch beunruhigend für die betroffene Person.
Folgendes passiert dabei: Das menschliche Auge ist wie eine Kugel, innen ausgefüllt mit einer gallertartigen Masse, dem Glaskörper. Darin befinden sich Zellreste aus der Emryonalentwicklung des Auges. Diese „schwimmen“ im Glaskörper umher. Durch die Pupille vorne fällt Licht ins Auge und die Zellreste werfen einen Schatten auf die Netzhaut am Augenhintergrund. Dort nehmen die Nervenzellen diesen Reiz wahr und melden über den Sehnerven ans Gehirn „es ist Etwas zu sehen“. Ob sich dieses Etwas vor oder im Auge befindet, wird nicht unterschieden. Dieses „Mückensehen“ ist völlig harmlos. Andere Eindrücke geben jedoch oft Hinweise auf ernsthafte Augenveränderungen. Dazu gehören:

  • der Eindruck, es rieselt Ruß herab
  • der Eindruck, es laufen Farbnasen herab
  • der Eindruck, Linien sind verbogen
  • der Eindruck, beim Lesen blinde Flecken zu sehen in dem Buchstaben verschwinden
  • der Eindruck, das Sehen ist plötzlich schlechter
  • der Eindruck, das seitliche Sehen ist eingeschränkt

In diesen Fällen ist immer die zügige Vorstellung beim Facharzt für Augenheilkunde empfohlen. Eine schnelle Diagnose und Behandlung kann entscheidend für die weitere Sehtüchtigkeit sein. Das gilt sowohl für junge als auch für ältere Menschen! Aufmerksames Zuhören bei Eltern und Großeltern kann sehr viel Leid verhindern.

Sylvia Hergert

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