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Grauer Star - Grüner Star - Was ist der Unterschied? (Ausgabe 31)

Guten Tag,

geht es Ihnen auch manchmal so: In einer Unterhaltung fällt ein Begriff, den man zwar kennt aber doch nicht so genau weiß, was damit gemeint ist? Am Besten fragt man dann nach. Aber oft übergeht man die Nachfrage und verschenkt die Chance auf Horizonterweiterung.

In unserer täglichen Praxis werde ich oft nach den Augenerkrankungen Grauer Star und Grüner Star gefragt. Was für mich ganz klar ist, ist für viele Leute nur ein Sammelsurium aus Infostückchen die irgendwie im Laufe der Zeit aufgeschnappt wurden. Deshalb erkläre ich es heute mal.

 

Grauer Star (Katarakt) ist eine Trübung der im Inneren des Auges befindlichen Augenlinse. Es ist eine typische Altersveränderung, kommt in der Jugend meist nur durch Verletzungen oder als Folge anderer Erkrankungen vor. Diese Trübung entwickelt sich allmählich, die Seheinschränkungen werden oft gar nicht so sehr wahrgenommen, da sich der Graue Star meist nur auf einem Auge entwickelt und man mit dem andern weiter klar sehen kann. Als Hilfe steht die augenärztliche Diagnose und Festlegung eines günstigen Operationszeitpunktes. Dabei wird die trübe Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Der Eingriff ist relativ einfach und sicher und bringt viel Erleichterung bei den Betroffenen, da man plötzlich wieder besser sehen kann.

Einen grauen Star kann auch ich bei einer Routine Augenkontrolle mit dem Biomikroskop erkennen.

 

Grüner Star (Glaukom) ist eine Veränderung am Augensehnerven, wobei Nervenfasern abgedrückt und zerstört werden. Das ist nicht wieder zu heilen. Lediglich das Fortschreiten der Veränderung kann verlangsamt oder aufgehalten werden, um spürbare Sehverluste zu vermeiden. Ursache dafür ist oft ein zu hoher Augeninnendruck, der nicht spürbar ist und damit etwas heimtückisch. Aber auch andere medizinische Einflüsse können einen Grünen Star begünstigen. Er tritt auch mit zunehmendem Alter häufiger auf, aber kommt ebenso bei Kindern und Jugendlichen vor.

Hier hilft nur regelmäßige Vorsorge. Am einfachsten ist die Kontrolle des Augeninnendrucks. Im Rahmen eines Vorsorgetests (Screeningtest) misst man den Augendruck, um Personen mit einem erhöhten Risiko der Erkrankung zu entdecken und gezielt zum Augenarzt zur Abklärung zu schicken. Dieses Augendruckmessen dürfen dafür ausgebildete Augenoptiker durchführen. Wir bieten dies Vorsorge in unserer Kontaktlinsenpraxis an.

Der Augenarzt misst ebenfalls den Augendruck. Er schaut sich den Sehnerven am Augenhintergrund mit dem Mikroskop an. Evtl. macht er noch eine Messung des Gesichtsfeldes um festzustellen, ob der Patient seitlich vom Kopf Bereiche hat, die er nicht mehr sieht. Danach stellt der Arzt die Diagnose, legt Kontrollintervalle fest, legt Maßnahmen zur Behandlung fest. All diese Untersuchungen halten sich finanziell im Rahmen. Bei Diagnose „Glaukom“ werden die Folgeuntersuchungen von den gesetzlichen Kassen getragen! Alleine die spezielle Messung der Nervenfaserdichte, die von manchem Arzt angeboten wird, ist recht kostenintensiv und die medizinische Notwendigkeit zumindest dann fraglich, wenn der Patient mit der Drohung der Erblindung zur schnellen Zustimmung zur Untersuchung gedrängt wird.

Wenn Sie sich um Ihre Augengesundheit kümmern wollen, dann fragen Sie, lesen Sie, lassen Sie sich nicht von Praxispersonal abwimmeln oder zu teuren Untersuchungen drängen. Sachliche Aufklärung der Bevölkerung ist der erste und wichtigste Schritt, um sinnvolle Vorsorge in unser aller Bewusstsein zu bringen. Und da gibt es leider nicht so viele gute Beispiele.

 

Hier können Sie zum Thema Glaukom einen Infoflyer herunterladen

Sylvia Hergert
Kontaktlinsenspezialistin